Sieben Farben in der Nacht

Sieben Farben in der Nacht

Eine Geschichte über das, was wir uns heimlich erlauben

Die Stadt lag im warmen Atem eines späten Sommerabends. Die Hitze des Tages war noch nicht ganz verschwunden, sie hing wie ein Versprechen zwischen den Häuserfassaden. Über dem Fluss glitten die ersten Lichter an, als hätten unsichtbare Hände sie behutsam angezündet.

Sie stand am Geländer der alten Uferpromenade, ein Glas in der Hand, und sah in den Himmel. Dort, wo das Blau langsam ins Violett kippte, begann die Nacht ihre Farben auszubreiten. Nicht schwarz. Nie schwarz. Sondern tief, lebendig, schimmernd.

Er trat neben sie, ohne ein Wort. Zwischen ihnen war dieses vertraute Schweigen, das nichts erklären musste. Nur ein leises Lächeln. Nur das Wissen, dass manche Begegnungen nicht laut beginnen.

„Siehst du sie?“, fragte sie schließlich und deutete nach oben.

Sieben Sterne standen ungewöhnlich klar am Himmel. Vielleicht waren es mehr. Vielleicht weniger. Aber in diesem Moment waren es genau sieben. Und jeder schien für etwas zu stehen, das man im Alltag lieber nicht ausspricht.

Der erste Stern glühte wie ein Funke – ein stilles Feuer. Er erinnerte an den Mut, zu begehren. An das Kribbeln, wenn ein Blick länger bleibt, als er sollte.

Der zweite war weich und golden. Er trug den Duft von Stolz in sich – nicht der laute, kalte Stolz, sondern der warme, der sagt: Ich bin hier. Ich fühle. Ich lebe.

Der dritte funkelte unruhig. Vielleicht war es Neid. Nicht missgünstig, sondern sehnsüchtig. Dieses heimliche Wünschen, auch einmal alles zu riskieren.

Der vierte Stern schimmerte schwer wie Honig. Ein Bild für Genuss. Für den Moment, in dem man nicht zählt, nicht plant, nicht verzichtet – sondern einfach kostet.

Der fünfte leuchtete träge und weich. Er sprach von Pausen. Von dem süßen Nichtstun, das in einer Welt voller Tempo fast schon rebellisch wirkt.

Der sechste war kühl und klar – wie ein Spiegel. Er erzählte von Eitelkeit, von dem Wunsch, gesehen zu werden. Nicht perfekt. Aber echt.

Und der siebte… der siebte brannte heller als alle anderen. Er war Verlangen. Nicht nur körperlich. Sondern dieses tiefe Ziehen im Inneren, das uns sagt, dass wir mehr sind als Vernunft.

Sie sah ihn an. „Man sagt, man soll widerstehen“, flüsterte sie.

Er lächelte. „Vielleicht soll man verstehen.“

Ein Boot zog langsam über den Fluss, und seine Lichter brachen sich in tausend kleinen Spiegeln auf dem Wasser. Musik drang aus einem geöffneten Fenster irgendwo hinter ihnen – ein Rhythmus, der zum Tanzen einlud.

Und plötzlich war da diese Bewegung zwischen ihnen. Kein Plan. Kein großes Versprechen. Nur zwei Menschen, die sich erlaubten, für einen Augenblick nicht perfekt zu sein.

Sie tanzten nicht richtig. Eher wie Kinder, die vergessen haben, beobachtet zu werden. Ein Schritt zu nah, ein Lachen zu laut, ein Atemzug zu tief.

„Was, wenn morgen alles wieder normal ist?“, fragte sie.

„Dann hatten wir wenigstens diese Nacht.“

Manchmal sind es nicht die großen Entscheidungen, die unser Leben verändern. Sondern diese leisen Grenzüberschreitungen. Das Glas Wein mehr. Der Blick, der bleibt. Das Ja, das man sich selbst schenkt.

Die sieben Sterne standen noch immer über ihnen. Doch jetzt wirkten sie weniger wie Versuchung – mehr wie Erinnerung.

Er nahm ihre Hand. Nicht besitzergreifend. Nicht fordernd. Nur verbindend.

Und sie begriff, dass es bei den sieben „Sünden“ nie um Moral gegangen war. Sondern um Menschlichkeit. Um das Recht, zu fühlen. Um das kleine Aufbegehren gegen ein Leben, das immer nur richtig sein will.

Die Nacht wurde dunkler, aber nicht schwerer. Sie war voll von Farben, die nur sichtbar werden, wenn man genau hinsieht.

Als sie sich schließlich voneinander lösten, war nichts zerstört. Nichts verloren. Nur etwas entdeckt.

Vielleicht war das die größte Erkenntnis dieser sieben Sterne:
Dass wir nicht daran wachsen, alles zu vermeiden – sondern daran, bewusst zu wählen.

Und irgendwo, während die Musik weiterklang, wusste sie:
Man darf sich selbst nicht verlieren.
Aber man darf sich finden.


💬 Frage an die Leser:

Wenn du an deine eigene „Nacht mit sieben Farben“ denkst –
welcher Stern leuchtet für dich am hellsten?

Ist es der Mut, etwas zu wagen?
Der Genuss, endlich loszulassen?
Oder der Wunsch, einfach ganz gesehen zu werden?

Ich bin gespannt, welche Farbe deine Nacht trägt. 🌙

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Ich wünsch euch eine schöne Zeit … 🌴…🏃


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